Umgebung

Groothusen und seine Umgebung


Der Ort Groothusen wurde um 700 n. Chr. als Handelssiedlung mit Hafen am friesischen See- handelsweg von der Rheinmündung nach Skandinavien gegründet. An der Dorfstraße auf der Höhe der 500 Meter langen Warf, die bis um das Jahr 1200 laufend erhöht und auf 200 Meter verbreitert wurde, standen in gedrängter Reihe die Häuser der Kaufleute und Handwerker.
Nach der Christianisierung entstand am Nordwestende der Warf eine dem heiligen Petrus geweihte Kirche, die als Probsteisitz und Sendkirche des Bistums Münster Mittelpunkt eines Bezirks von 12 Gemeinden wurde, der sich von den später untergegangenen Dörfern Drewert und Bettewehr an der Knock bis nach Manslagt, Pewsum und Canum erstreckte. Das Bild des Groohuser Kirchenheiligen St. Peter wurde Symbol des Siegels des selbstständigen Emsigerlandes.
Groothusen, das um das Jahr 1000 als Husum, am Ende des Mittelalters als Grotehusem erwähnt wird, blieb bis zur Reformation ein kirchliches Zentrum. Die stattliche gothische Kirche lehnt sich an den wichtigen Kirchturm aus dem 13. Jahrhundert an, der schon als Wehrturm neben einer älteren Kirche aus rheinischem Tuffstein stand. Kostbare Dinge im Inneren der Kirche sind ein Bildnisgrabstein von 1590 und der bronzene Taufkessel von 1454, ein Meisterwerk von Gert Klinghe.



Groothusen war bis nach 1400 auch Tagungsort der Richter und Ratgeber der Landesgemeinde des Emsigerlandes bei inneren Angelegenheiten, wie Deich- und Sielsachen. Nach das Verzeichnis der Greetmer Deichacht von 1583 nennt sich Dykregister van Husumer Hörn. Der Ort besaß einst drei Burgen, von denen die Osterburg erhalten geblieben ist. Der mittlere Teil des dreiflügligen, hufeisenförmig angelegten Bauwerks, stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Nach Rücksprache mit Herrn Kämpe, in dessen Familienbesitz sich die Burg seit Jahrhunderten befindet, ist eine Besichtigung möglich. Weitere Informationen zum Dorf Groothusen heute finden sie unter groothusen.de.

Krummhörn - Hier ist Ostfriesland am ostfriesischsten

Der "Otto-Leuchtturm" am Deich bei Pilsum: Die weite Marschlandschaft zwischen Dollart und Leybucht war früher von zwei Meereseinbrüchen zerrissen, dem Busen von Campen und dem von Sielmönken. Am Rande der Meereseinbrüche entstanden die Dörfer der Krummhörn auf Warfen, Erhöhungen, die Mensch und Vieh vor der Sturmflut bewehren sollten. Alle Krummhörner Dörfer sind Warfendörfer. Fast jedes hatte eine Häuptlingsburg. Wenige davon sind uns erhalten geblieben (eine von diesen steht in Groothusen). Wasserläufe, "Deep" genannt, entwässern das niedrige Land. Früher waren sie die einzigen Verbindungsstraßen. Jedes Dorf war - und ist noch heute - zu Schiff erreichbar.
Die so bezeichneten "Laugschipper" haben ihre eigene faszinierende Geschichte. Uralt sind diese Krummhörner Dörfer. Pewsum wird um 850 genannt, Rysum ist um das Jahr 1000 als "Hrissinghem" bekannt. Groothusen war im 8. Jahrhundert Stapelplatz ostfriesischer Kaufleute. Eilsum wird 1300 als "Ethilsum" erwähnt. Grimersum gilt im 8. Jahrhundert als Handelsniederlassung, in Uttum predigt 1223 der Kölner Scholastikus Olivier, Woquard hieß 1632 "Wachtwert" und Visquard 945 "Viscuwirda": Namen, die Vergangenes künden, uralte Geschichte, die Gegenwärtige verpflichtet.